German Canadian Congress, Ontario
Deutschkanadischer Kongress, Ontario
                   
                            Volkstrauertag 2015 in Kitchener, Kanada

    Seit 1971 findet auf dem Woodland Friedhof in Kitchener, Ontario Kanada, am deutschen
    Volkstrauertag eine Gedenkfeier statt. Am Sonntag, den 15. November 2015, versammelten sich
    etwa 400 Personen um an die Soldaten zu denken, die in den letzten zwei Weltkriegen ihr Leben
    verloren haben. 187 von ihnen, die auf dem Friedhof ihre letzte Ruhe fanden, .starben in
    kanadischer Gefangenschaft

    Es war vor 42 Jahren, als die Toten aus verschiedenen Gräbern, die über ganz Kanada verstreut
    waren, nach Kitchener umgebettet wurden. Der Grund für diese Umbettung war, den Angehörigen
    und der Bevölkerung im Allgemeinen, eine bessere Gelegenheit zum Besuch der Gräber zu
    geben. Auch die Pflege der Gräber an einem zentralen Ort wurde dabei in Erwägung gezogen.
    Zahlreiche Bürger der Stadt Kitchener und Umgebung sind deutsche und österreichische
    Einwanderer oder deren Nachkommen. Die Umbettung der Toten wurde 1971 vom Verband
    Deutscher Kriegsgräberfürsorge und von der Commonwealth War Graves Commission
    durchgeführt.

    Neben den Steinkreuzen erinnern auch zwei Holzkreuze, die von den Gefangenen zum Andenken
    an zwei verstorbene Kameraden, Major Wilhelm Bach (Ritterkreuz) und Soldat Erich Ertz (Eisernes
    Kreuz), geschnitzt wurden.  Das besondere Holz für diese Kreuze stammt aus Südamerika. Es
    wurde von dem schweizer Professor, Dr. Hermann Boeschenstein beschafft, der sich sehr für die
    deutschen Kriegsgefangenen in Kanada einsetzte.

    Wenn man nun vor diesen Kreuzen steht dann sieht man, dass die meisten von ihnen ein Alter
    von 20-30 Jahren hatten als sie starben. Die Namen der Toten sind auf den grauen
    Granitkreuzen eingraviert  Jeder Name bedeutet das Schicksal eines Menschen der sein Leben
    verlor, einer Familie die um einen geliebten Menschen trauert, einer Nation die zwei Kriege verlor
    und heute noch darunter zu leiden hat.

    Die diesjährige Feier wurde von der Deutschkanadischen Gedächtnisstiftung durchgeführt.
    Besonderer Dank geht an die Präsidentin des Vereins, Frau Helene Schramek für die viele Arbeit
    die mit den Vorbereitungen verbunden war, sowie an den Präsidenten des Deutschkanadischen
    Kongresses, Toni Bergmeier, der mit seiner Frau Brigitte viel für die Pflege der Gräber getan hat.

    Der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der deutschen Vereine in der Region und ehemaliger
    Direktor der deutschen Sprachschule Kitchener, Herr Gerhard Griebenow, führte die Besucher
    geschickt durch das Programm. Der kanadische Militärpfarrer Rev. David Gallas sprach
    einleitende Worte, bevor er betete. Er erwähnte, dass seine Vorfahren im letzten Krieg auf
    deutscher Seite gedient haben.

    Der deutsche Generalkonsul Herr Walter Stechel nahm persönlich an der Veranstaltung teil. In
    einer sehr guten Ansprache gedachte er der Soldaten die in den beiden Weltkriegen ihr Leben
    verloren und an die, welche aus Ihrer Heimat vertrieben wurden. Er erinnerte auch an alle
    Menschen die wegen ihrer Religion, Rasse oder ihrer politischen Einstellung zu leiden hatten und
    verfolgt wurden. Einen kurzen YouTube Pressebericht finden Sie auf: http://kitchener.ctvnews.
    ca/video?clipId=750622

    Danach folgte die Niederlegung der Kränze, angefangen mit der Bundesrepublik Deutschland. Es
    folgten Vertreter der Regierungen Kanadas und Ontario's, Bürgermeister und die verschiedenen
    deutschkanadischen Organisationen. Es bewegt einen  besonders, dass ehemalige Feinde den
    verstorbenen Gegnern mit Salut die letzte Ehre erweisen. Veteranen des kanadisches Heeres,
    der Luftwaffe und der Marine legten Kränze nieder.  

    Die Blaskapelle des Transylvania Clubs unter der Leitung von Andrea Emrich und die Chöre des
    Concordia Clubs, geleitet von Martin Anderle, sorgten für eine musikalische Umrahmung. Den
    Abschluss bildete, wie in den vergangenen Jahren, das gemeinsame Singen des bekannten
    Liedes "Ich hatt' einen Kameraden" von Ludwig Uhland. Einige der Anwesenden hatten dabei
    Tränen in den Augen.  Danach gab es ein geselliges Beisammensein im deutschen Alpenclub.

    Ernst Friedel, Past President